Die Europa-Meisterschaft der Formel 3-Rennwagen gilt als Sprungbrett für die Formel 1. Das war schon vor 50 Jahren so, und das ist heute nicht anders. Einer von denen, die von einer Grand-Prix- Karriere träumen, ist David Beckmann. Gerade ist er 17 geworden.

Bei einem Formel 3-Testtag auf der Arena-Piste von Oschersleben probierte auch 72Stagpower seine historischen Rennwagen aus. Und David Beckmann kletterte mit großem Vergnügen ins Cockpit jenes Formel 2-Rennwagens, mit dem Jochen Mass 1977 – also vor 40 Jahren – das Eifelrennen auf der Nürburgring-Nordschleife gewonnen hatte.

Dieser alte March-BMW der Formel 2 setzte den Youngster, dessen Team unter dem Namen „Motopark“ hier in Oschersleben beheimatet ist, in ungläubiges Erstaunen; denn Kupplungspedal oder Schalthebel – so etwas kennt Beckmann gar nicht. Gern hätte der „junge Wilde“ eine Runde gedreht, aber Teamchef Timo Rumpfkeil und Beckmann-Trainer Manuel Reuter rieten ab. „Bloß nicht. Damit kommst Du nicht klar. Dazu braucht man viel Übung.“ Die hat Beckmann zumindest in diesem „Oldie“ nicht; er besitzt ja nicht mal einen Führerschein! Aber David ließ sich dann von Markus Hotz gern erklären, wie das alles so war. Im Rennsport früher. Vor vielen, vielen Jahren.

David Beckmann fährt seine erste Formel 3-Saison. Er begann das Jahr im Team Amersfoort, wo auch Mick Schumacher fährt, der Sohn des großen Champions Michael Schumacher. Beckmann wechselte dann jedoch mitten in der Saison zu Timo Rumpfkeils Team Motorpark. Der Wechsel tat ihm offensichtlich gut. Sofort landete er in Ungarn in den beiden Rennen des Wochenendes jeweils auf Rang 5.

Beim letzten Rennen in Zandvoort flog David Beckmann von der Piste. Nach dem Überschlag blieb der Wagen mit den Rädern nach oben liegen, und es dauerte beängstigend lange Minuten, ehe der Bolide umgedreht wurde und David Beckmann aussteigen konnte. Unverletzt – wie alle Helfer mit Erleichterung feststellten. Beim zweiten Rennen des Zandvoort-Wochenendes kletterte Beckmann unverdrossen wieder ins Cockpit und kreuzte auf Rang 13 die Ziellinie; Mick Schumacher belegte Platz 11. Dauersieger (mit Kurs auf ein Formel 1-Cockpit) ist jedoch der Brite Lando Norris.

Die Formel 3-Europameisterschaft endet am 14./15. Oktober in Hockenheim.

David Beckmann und Markus Hotz.

Beckmann und Oliver Schimpf.

David Beckmann im Cockpit. Rechts Manuel Reuter, ehemaliger DTM-Champion und Le-Mans-Sieger.

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Autor: Eckhard Schimpf
Fotos: kreavtivburschen/D.Salinger