BMW M3 TYP „SPORT EVOLUTION“

Zu Beginn der 1990er-Jahre erlebte die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) eine Phase der Hochblüte. Das hatte mehrere Gründe. Zunächst einmal: Es konkurrierten mehrere Marken, nämlich Audi, BMW, Mercedes, Opel und Ford. Und zwar mit reinen Werkswagen und ebenso mit werksunterstützten Teams. Es rollten 28 Wagen an den Start, die mit absoluten Top-Fahrern besetzt waren. Klangvolle Namen waren darunter: Rosberg, Stuck, Winkelhock, Biela, Pirro, Ludwig, Schneider, Cecotto, Ravaglia, Hahne, Thiim, Soper, Lafitte. Die Rennen waren extrem spannend und turbulent, weil die Leistungen der Motoren und die Fahrzeuggewichte dicht beieinander lagen. Jeder Renntag brachte zwei Läufe und schon der Sonnabend bescherte den Fans ein Qualifikationsrennen, in dem die Fahrer der Ränge ab Position 12 um die Startaufstellung für den Sonntag kämpften.

Der BMW M3 mit der Fahrgestellnummer M3 122  607 wurde im Winter 1991/1992 ganz neu aufgebaut. Und zwar vom Team Linder, das sich auf Komponenten von BMW-Motorsport stützen konnte. Allerdings gab es auch bei den BMW-Teams eine Art von Zweiklassengesellschaft, weil die Teams von Schnitzer, Fina und Bigazzi stets zuerst die Weiterentwicklungen des Werks erhielten. Insofern hatten es Linder und andere BMW-Teams (wie z. B. Isert) in diesem Championat, in dem es um Zehntelsekunden ging, immer schwer.

Der Wagen, der jetzt bei „72 Stagpower“ steht, ist der originale M3-Linder-BMW, den Armin Hahne in der DTM-Saison 1992 fuhr. Für die letzten zwei Rennen dieses Jahres erhielt Hahne nochmals ein ganz neu aufgebautes Auto und der Ex-Hahne-Wagen wurde am Nürburgring und in Hockenheim von einem Star bewegt. Nämlich vom Ex-Motorradweltmeister Wayne Gardner (Australien), der in diesem Jägermeister-M3 sein Debüt im Automobilsport gab und durch seine furiose, aggressive Fahrweise die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hinriss. Der Linder-M3 lief auch 1993 in der DTM, konnte aber – mit einem Privatfahrer am Lenkrad – keine vorderen Platzierungen erringen. Später rollte der M3 in der Historischen Rennszene.

Einige technische Daten des M3 „Sport Evolution“: Vierzylindermotor mit 2493 ccm Hubraum und einer Leistung von 370 PS bei 8750 U/Min. Leergewicht 980 Kilogramm, Höchstgeschwindigkeit bei längster Übersetzung 290 km/h. Ein weitere Jägermeister-M3 lief auch schon in der Rennsaison 1988.

BMW M3 in Singen

Details

Gewicht: 980 kg
Hubraum: 2,5 Liter (2493 ccm)
Leistung: 370 PS ~ 8750 U/Min.
Vmax: 290 km/h

Piloten

Armin Hahne
Wayne Gardner
Mario Ketterer
Poldi von Bayern
Frank Schmickler