FORD KLEINT-CAPRI RS 2600

Nach seinem Debüt im Jahr 1968 erlebte der Ford Capri eine geradezu sensationelle Sympathie-Welle. Bis heute hat dies Coupé seinen hohen Rang in der Klassik-Szene. Der Ford Capri hat natürlich auch im Motorsport eine außergewöhnliche Vergangenheit. Die Duelle BMW CSL gegen Ford Capri zu Beginn der 1970er-Jahre gehören zu den Höhepunkten des Rennsports. Ford verpflichtete damals sogar Asse wie Jackie Stewart oder Emerson Fittipaldi für die Capri-Cockpits. Werkspiloten waren Spitzenfahrer wie Jochen Mass, Toine Hezemans, Dieter Glemser und andere.  Die auf Dreiliter aufgebohrten Sechszylinder leisteten rund 330 PS bei 7600 U/Min.

Der Ford Capri RS 2600 spielte auch im Rallyesport eine Rolle. Und Walter Röhrl, die deutsche „Rallye-Legende“ schlechthin, begann seine Profi-Karriere in einem solchen Ford Capri. 1971 und 1972 fuhr er im Team des Hamburgers „Ernie“ Kleint, der von Ford Werksunterstützung genoss  und als Stammfahrer auch seinen Bruder „Jochi“ Kleint einsetzte.

Zwei Kleint-Capris in Jägermeister-Lackierung – darunter das sogenannte „Röhrl-Auto“ mit dem legendären Kennzeichen HH – RD 350 – liefen 1973 bei der Rallye Monte Carlo.  Gefahren wurden sie von Kleint/Zwiers und von Schimpf/Zauner, die mit der Startnummer 203 das Ex-Röhrl-Auto fuhren.  Ob das Originalauto noch irgendwo existiert, ist unbekannt. Deshalb wurde dieser Jägermeister-Wagen – basierend auf 1970er-Jahre-Technik – nachgebaut. Genau, wie er 1973 „die Monte“ fuhr, sogar die Startnummern sind noch Originale.

Übrigens – der guten Ordnung halber: Das Ziel sah dieser Capri bei der Rallye Monte Carlo nicht. Nach einem Unfall des Capri-Fahrers Klaus Fritzinger, der bei nächtlichem Schneesturm unweit von Burzet in eine tiefe Schlucht stürzte, war die Straße mit Rettungsfahrzeugen blockiert. Die Rallye wurde gestoppt. Später kam die Entscheidung der Rallye-Leitung, dass nur die Wagen in Wertung blieben, die die Unfallstelle schon passiert hatten. Alle anderen etwa 150 Wagen – darunter der Capri von Schimpf/Zauner – wurden aus der Wertung genommen.  Aus Wut über diese Willkür blockieren diese 150 Teams „die Monte“ dann Stunden später bei Digne. Ein einmaliger Vorgang im Rallyesport.

1973 Schimpf Ford Capri Monte Carlo Rennen

Details

Gewicht: 900 kg
Hubraum: 2,6 Liter
Leistung: 230 PS ~ 6000 U/Min.
Vmax: 185 km/h (mit „Monte“-Übersetzung)

Piloten

Eckhard Schimpf
Ernst Johann Zauner